Aktuelles bei TT30
Einmal im Jahr nimmt der Think Tank neue Mitglieder auf. Bei Interesse an einem solchen Engagement wird um Zusendung der Bewerbungsunterlagen bis zum 31.01.2012 gebeten.
Weitere Informationen zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren finden sich hier.
Die diesjährige Herbsttagung des TT30 in Schwanenwerder beschäftigte sich mit der sozialen Dimension des Nachhaltigkeitsbegriffs – mit Fragen der sozialen Durchlässigkeit. Wie können alle Bevölkerungsgruppen an den wichtigen Entscheidungen unserer Gesellschaft partizipieren? Welche Strategien können dazu führen, dass die relevanten Entscheidungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft von allen Bevölkerungsgruppen getroffen werden? Der TT30 diskutierte dabei insbesondere die Themenfelder “Gender”, “Migration” und “soziale Herkunft” und entwickelte Strategien mit der Kreativmethode des Design Thinking. Zu Gast waren die externen Referenten Wolf Dermann von Arbeiterkind, Elsa Holst vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und Prime Lee von der Initiative Schooltalks und deutsch-plus gewinnen.
Weitere Informationen zur Herbsttagung im Bericht.
Wie wollen wir heute und in Zukunft leben? Auf was müssen wir
uns konzentrieren? Welche Ansprüche stellen wir an die Politik?
Seite 2009 beschäftigt sich der Think Tank 30 in einer Projektgruppe mit der Frage, welche Probleme die herkömmliche, am BIP orientierte Wohlstandsmessung aufwirft und welche alternativen, umfassenden Möglichkeiten derzeit in der Diskussion sind. Sina Frank, Mitglied im Think Tank 30 und Mitinitiatorin der Projektgruppe, ist nun in die Fortschrittsgruppe „Bildung und Modernisierung“ berufen worden, um die Ideen des Think Tank 30 einzubringen.
Am 17.10.2011 ist das Fortschrittsforum von derFriedrich-Ebert-Stiftung, Hans-Böckler-Stiftung und Otto-Brenner-Stiftung initiiert worden.
Das Forum arbeitet unter der Leitung von Jutta Allmendinger (Präsidentin
des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin), Angelika Gifford (Direktorin von Microsoft Deutschland) und Ernst Ulrich von Weizsäcker (Leiter des International Resource Panels der UNEP).
Das 95-köpfige Forum soll einerseits die Arbeit der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages “Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft” kritisch begleiten und andererseits Orientierungshilfe für die Mitglieder der Enquete bieten. In den drei gebildeten Fortschrittsgruppen werden die Themen Arbeit und Leben, Bildung und Modernisierung, Wirtschaft und Wachstum diskutiert.

Initiierende Sitzung des Fortschrittsforums am 17.10.2011 Sina Frank, TT30 (rechts im Bild)
Seit Frühjahr 2011 beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe des Think Tank 30 mit dem Thema Energieeffizienz und welche Rolle diese zur Energiewende spielen kann. Unter anderem arbeitet die AG zu sogenannten weißen Zertifikaten als Nachweis für getätigte Energieeffizienzmaßnahmen. Die neue EU Energieeffizienzrichtlinie will solche Instrumente in den Mitgliedsstaaten gezielt fördern.
Bei dem Expertenworkshop “Rethinking Policy on Market Based Financing Instruments for Energy Efficiency”, veranstaltet von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) am 27. September 2011 in Berlin, hat Jan Rosenow, Mitglied im Think Tank 30 zum Thema weiße Zertifikaten und Energieeinsparverpflichtungen präsentiert. An dem Workshop haben verschiedene Stakeholder aus Unternehmen, NGOs und Stiftungen teilgenommen. Der Workshop stellt den Ausgangspunkt für eine Kooperation des Think Tank 30 mit anderen Organisationen dar, die sich mit Energieeffizienz befassen. Ziel ist es, das Thema Energieeffizienz und die wichtige Rolle, die diese für die Energiewende spielen kann, stärker in die Debatte zu bringen.
Weitere Informationen unter: tt30-energy-efficiency-presentation
Der tt30 beschäftigt sich seit zwei Jahren in einer eigens dafür gegründeten Arbeitsgruppe mit der politischen Debatte um Wachstum und Wohlfahrt. Der folgende Artikel, der im Online Magazin “Gegenblende” des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Juli erschein, ist aus der Arbeit dieser Gruppe entstanden und gibt einen Überblick über die Kritik an der Praxis der Wohlstandsmessung durch das BIP und über alternative Ansätze.
Im Rahmen der Tagung “Weniger, anders, besser”, die von der Wirtschaftgilde gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Bad Boll in deren Räumen von 22.7. bis 23.7. abgehalten wurde, referierte Hannah Sammüller über neue Konzepte für die Zukunft nachhaltigen Lebensstils.
Die Tagung beschäftigte sich mit Möglichkeiten eines zukunftsfähigen Arbeitens und Wirtschaftens und eines Generationendialoges. Der Vortrag skizzierte die Vision, nachhaltiges Handeln über die Nutzung von Social Media wie Blogs und Whistleblowingplattformen zu stärken und von im Sinne der Konsumentenermächtigung einzufordern. Abschließend zeigte ich Sammüller Möglichkeiten auf, diesen Prozess zu fördern und selbst anzustoßen.
Die PPP des Vortrages kann bei SlideShare kostenlos heruntergeladen werden.
Wie jedes Jahr im Frühjahr hat der Think Tank 30 auch dieses Mal wieder Zuwachs bekommen. Unter den Neuzugängen sind Frauen und Männer aus den Bereichen Wissenschaft, Recht, Design, Journalismus, Wirtschafts- und Energieberatung sowie Social Business:
- Andrea Nienhaus, Designerin und Bloggerin
- Hauke Engel, Grundlagenphysiker und Berater
- Christian Thorun, Geschäftsführer ConPolicy – Institut für Verbraucherpolitik
- Santa Meyer-Nandi, Juristin und Gründerin FindingSustainia
- Matthias Gebhard, Mitarbeiter des Grameen Creative Labs
- Jan Rosenow, Doktorand in Energiepolitik in Oxford
- Swantje Möller, Lehrerin und Referentin bei der Studienstiftung des
deutschen Volkes
- Moritz Gekeler, Systems Designer
- Silke Kumpf, Anwältin in Kairo
- Sophia Seiderer, Wirtschaftsredakteurin Die Welt
- Sebastian Metzger, Projektleiter Energiesparclub bei CO2 Online
- Matthias Qian, Student Industrial Engineering

Prof. Dr.-Ing. Dr. theol. Christian Berg ist Mitbegründer des Think Tank 30 Deutschland. Er setzt sich seit Langem mit Fragen der Technikfolgenabschätzung auseinander
Think Tank 30: Herr Professor Berg, die Nachrichten aus dem Katastrophenreaktor in Fukushima reißen nicht ab: Wasserstoffexplosionen, radioaktive Wolken, eine mögliche Kernschmelze. Immer wieder müssen die Arbeiten abgebrochen werden. Steht uns ein zweites Tschernobyl bevor?
Christian Berg: Wie genau die Folgen sein werden, kann heute wohl noch niemand sagen. Es sieht im Moment aber wohl leider danach aus, dass die Folgen ähnlich, wenn nicht sogar schlimmer werden können wie in Tschernobyl. Allerdings halte ich dies auch nicht für entscheidend bei der Bewertung von Kernenergie. Entscheidend ist doch, dass keine 25 Jahre nach Tschernobyl wieder eine Reaktorkatastrophe passieren konnte. Auf technischen Unterschieden zu beharren, nach dem Motto: „Bei uns kann das nicht passieren”, lenkt aus meiner Sicht von der entscheidenden Frage ab: sind wir als Gesellschaft bereit, dieses sogenannte “Restrisiko” zu tragen.
Zum Interview mit Prof. Dr. Christian Berg: Die Energiewende ist eine Frage des politischen Willens
Die Mitglieder des tt30 widmen den Januar 2011 einem öffentlichen Nachhaltigkeitsversuch. So kann jeder Einzelne seine guten Vorsätze für das kommende Jahr direkt umsetzen – und mit Hilfe von facebook gleichzeitig überprüfen, wie es den anderen damit so ergeht.
Jeder ist aufgerufen, sich an dem Nachhaltigkeitsversuch zu beteiligen und der facebook-Gruppe „ Wir starten nachhaltig ins Jahr 2011!“ beizutreten.
Weitere Informationen sind hier abrufbar. Zum Pressebericht gelangt man hier.
“Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen – mit Ausnahme all der anderen Regierungsformen, die immer wieder ausprobiert werden.” Dieses Zitat Winston Churchills scheint die öffentliche Wahrnehmung auf den Punkt zu bringen: Obwohl Demokratie oft kritisiert wird, obwohl wir in einem Zeitalter zunehmender Demokratieverdrossenheit leben, wird die Demokratie als Staatsform als alternativlos angesehen. Gleichzeitig jedoch beobachten wir eine zunehmende Entdemokratisierung politischer Prozesse:
Entscheidungskompetenzen werden auf europäische oder gar internationale Ebene verlagert und Stabilitätspakte und umweltrechtliche Verträge, wie etwa die Klimarahmenkonvention oder das Kyoto-Protokoll, sollen die Hände von Parlamenten und Regierungen binden, um langfristige Ziele zu erreichen.
Auf unserer Herbsttagung in Bad Boll haben wir diskutiert, wie Demokratie und nachhaltige Politik vereinbar sind. Einen anregenden Impuls lieferte Felix Ekhardt, Professor an der Universität Rostock. In seinem Vortrag zeigte er auf, dass die Rahmenbedingungen für nachhaltige Politik denkbar schlecht seien. Den Menschen liege die Gegenwart näher als die Zukunft, weswegen sie Vorteile, die sie heute erlangen könnten, weit höher schätzten als die Nachteile, die sie morgen erleiden. Daher sei es psychologisch verständlich, warum nachhaltige Politik es immer schwer habe. Dennoch sehe er keine Alternative zum demokratischen System. Wir müssten vielmehr durch Aufklärung versuchen, unser Denken in der Gesellschaft zu ändern und darüber auf die Politik einzuwirken.