
Prof. Dr.-Ing. Dr. theol. Christian Berg ist Mitbegründer des Think Tank 30 Deutschland. Er setzt sich seit Langem mit Fragen der Technikfolgenabschätzung auseinander
Think Tank 30: Herr Professor Berg, die Nachrichten aus dem Katastrophenreaktor in Fukushima reißen nicht ab: Wasserstoffexplosionen, radioaktive Wolken, eine mögliche Kernschmelze. Immer wieder müssen die Arbeiten abgebrochen werden. Steht uns ein zweites Tschernobyl bevor?
Christian Berg: Wie genau die Folgen sein werden, kann heute wohl noch niemand sagen. Es sieht im Moment aber wohl leider danach aus, dass die Folgen ähnlich, wenn nicht sogar schlimmer werden können wie in Tschernobyl. Allerdings halte ich dies auch nicht für entscheidend bei der Bewertung von Kernenergie. Entscheidend ist doch, dass keine 25 Jahre nach Tschernobyl wieder eine Reaktorkatastrophe passieren konnte. Auf technischen Unterschieden zu beharren, nach dem Motto: „Bei uns kann das nicht passieren”, lenkt aus meiner Sicht von der entscheidenden Frage ab: sind wir als Gesellschaft bereit, dieses sogenannte “Restrisiko” zu tragen.
Zum Interview mit Prof. Dr. Christian Berg: Die Energiewende ist eine Frage des politischen Willens
