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Ernährung und Transport kristallisieren sich als vornehmliche Nachhaltigkeits-Baustellen im Alltag heraus. Klar, ein Energiesparhaus baut man nicht jeden Tag und soziale Gerechtigkeit lässt sich auch nicht mal eben umsetzen. Der WG-Einkauf hingegen fällt jede Woche an, genauso wie die Fahrt zum Kinderturnen. „Da einem als Student die Frage Mercedes oder Fahrrad ohnehin nicht stellt, habe ich diese Woche dazu genommen, meinen Ernährungsplan und den meiner WG professionell auf die Jahreszeit einzustellen“ – saisonale und regionale Lebensmittel gehören zu den sehr angenehmen Möglichkeiten, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern, da Kühl- und Transportenergie gespart werden. Im TT30 kursieren die ersten Lieblingsrezepte für Kürbissuppe. Natürlich immer mit geschlossenem Deckel gekocht… Tierische Lebensmittel hingegen haben es diese Woche besonders schwer. Trotzdem fällt es nicht immer leicht, auf liebgewonnene Gewohnheiten zu verzichten: „Wir wissen, was zu tun ist, tun es aber nur, solange es nicht mit den Prioritäten kollidiert. Mit Zeit. Gesundheit. Familie. Beruf. Kosten. Bequemlichkeit. Gewohnheit.“ Plötzlich ist da dieses Verlangen nach einem Kaffee unterwegs – aber kein Thermosbecher in der Handtasche. Der Weg zum Arzt ist nicht weit – aber bei dem Regenwetter kann man doch mit Grippe nicht zu Fuß gehen. Um unser Verhalten dennoch zu verändern, brauchen wir neue Anreizsysteme. Denn die leiten uns bisher noch zu oft in falsche Richtungen: Da berücksichtigen Qualitätssiegel wie Stiftung Warentest die Nachhaltigkeits-Wirkungen von Produkten mit keiner Silbe. Oder eine Fahrradfahrt im Berufsverkehr ist für die Schulkinder viel zu gefährlich, von der Abgasdichte auf Kindernasenhöhe ganz zu schweigen. Erfahrungsaustausch und Wettbewerbsgeist inspirieren dennoch zu kleinen Heldentaten: „Aufbruch im Dunkeln per Bus, von dort mit dem Zug zu einem Kunden. Bei der Ankunft werden wir jedes Mal gefragt, wie der Verkehr war –dass wir per Zug angereist sind, erstaunt jedes Mal unseren Kunden, bei dem alle einen dicken Wagen fahren… Heute wollten wir es besonders nachhaltig machen und haben das Taxi für die letzten Meter gespart. Dummerweise mussten wir an Bundesstraßen bei dichtem Verkehr laufen. Ich glaube, wir waren die ersten Besucher, die hier je zu Fuß ankamen…“
