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Inspire, connect, create - 21 days, 21 bright minds in Berlin, August 12th, 2010.
Einundzwanzig Recrear Fellows, internationale Absolventen und Young Professionals, trafen sich im August zu der dreiwöchigen Summerschool RecrearBeta in Berlin, um den Launch der Plattform Re-crear.org vorzubereiten. Dies ist eine internationale Engagement-Plattform, die junge Menschen bei der Gründung sog. Public Benefit Projects unterstützen soll.
Mit Unterstützung von Partnern wie der BMW Stiftung Herbert Quandt sowie auch auf eigene Kosten versammelten sich die Teilnehmer um den Initiator Christian Waloszek und diskutierten und arbeiteten intensiv mit eingeladenen Experten vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen. Im Speziellen wurden Themen wie Intercultural Communications, NGO Development und Thought Leadership behandelt.
Vom Think Tank 30 nahm Vincent Paul Menken teil und diskutierte im Rahmen einer After-Work-Session zum Thema “Ethics in Business” mit Dr. Valerie Weinzierl, Humboldt Viadrina School of Governance und den CR-Experten Thomas Loew und Claudia Knobloch über neue Wege für Social Innovation, Corporate Responsibility und die Rolle von Public Leadership. Neben Top-Down-Massnahmen für mehr Innovation und Veränderung wächst die Bedeutung von Transparenzinitiativen und von Consumer Choice insgesamt immer stärker, weshalb Initiativen wie Recrear auch Unterstützungsangebote für Public Benefit Projekte im Bereich Consumer Information entwickeln könnte, so das Ergebnis des Abends.
Die Projektgruppe “Seven Virtues of Young Leadership Talent - Antike Werte für eine moderne Zukunft?” arbeitet derzeit an der journalistischen Aufarbeitung von Umfrageergebnissen zum Thema Wandel sozialer Werte. In dem Text diskutieren wir die Bedeutung traditioneller Werte für die Gegenwart und Zukunft. Dabei nehmen wir Bezug auf die klassischen 7 Tugenden und 7 Todsünden und verknüpfen diese mit den Anforderungen an eine zukunftsgewandte und nachhaltige Gesellschaft. Wir argumentieren, das eine Rückbesinnung auf diese “antiken” Werte insbesondere für die sozial- und wirtschaftspolitisch einflussreiche Führungselite einen wichtigen Orientierungsanker bieten kann in der gerade durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgerufene Wertedebatte.
Die Hauptthesen
Gerade die Tugend der Mäßigung ist in letzter Zeit oft zu kurz gekommen. Dies hat nicht nur temporäre, sondern auch strukturelle Ursachen im heute vorherrschenden Wirtschaftssystem des allgegenwärtigen Strebens nach Wachstum und Maximierung. Hierbei tritt die Effizienz einer Sache häufig vor deren Effektivität. Die Sünden der Habgier und des Geizes werden durch diese gesellschaftlichen Strukturen unterstützt.
Unsere Methodik
Gestützt auf eine qualitative Umfrage unter gegenwärtigen und künftigen deutschen Führungskräften um die 30 werden unsere Thesen schlaglichtartig illustriert. Auf diese Weise soll das gegenwärtige Stimmungsbild junger Führungkräfte in Deutschland wiedergespiegelt sowie deren aus der Finanzkrise resultierendes, wertebezogenes Umdenken dargestellt werden.
„Was ist Wohlstand?“ und „Wie misst man ihn?“ Solche Fragen sind gerade in diesen Zeiten der Krise aktueller denn je. Herkömmlich spiegelt sich im Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) wider, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Und über Jahrzehnte hinweg war das BIP das Maß aller Dinge und diente als Wohlstandindikator, der ausdrückt, wie fortschrittlich und wie reich im Sinne von materiell wohlhabend eine Volkswirtschaft ist.
Doch ist eine solche Definition in Zeiten der Krise und der globalen Verwerfungen noch zeitgemäß? Bereits Robert Kennedy, der 1968 für das Präsidialamt in den USA kandidierte, äußerte Zweifel an herkömmlichen Stellgrößen. “Gross domestic product does not allow for the health of our children, the quality of their education, or the joy of their play.” (nach Mankiw). Weitere Defizite des herkömmlichen BIP äußerte der Club of Rome mit seiner 1972 erschienen Publikation „Die Grenzen des Wachstums“.
Die Arbeitsgruppe Beyond GDP des tt30 analysiert derzeit, welche Probleme die herkömmliche Wohlstandsmessung à la BIP aufwirft und welche alternativen, umfassenden Möglichkeiten derzeit in der Diskussion sind.

”Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaft um knapp 5% geschrumpft. Geht es uns deshalb auch 5% schlechter?”
Mit dieser Frage und anderen im Themenbereich “Beyond GDP” beschäftigten wir uns auf unserer diesjährigen Frühjahrestagung in der evangelischen Bildungsstätte auf der Berliner Insel Schwanenwerder. Mit zwei von uns eingeladenen Referenten diskutierten wir über die Eignung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) als Wohlfahrtsindikator und über alternative Indikatoren.
Unser erster Referent, Roland Zieschank von der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, sieht das BIP als nicht geeignet, um gesellschaftliche Wohlfahrt abzubilden, da verschiedene Komponenten der Wohlfahrt nicht oder inadäquat berücksichtigt würden. Stattdessen plädiert er für die Ergänzung des BIP durch einen alternativen Indikator zur Wohlfahrtsmessung, dem von ihm und dem Heidelberger Professor Hans Diefenbacher entwickelten Nationalen Wohlfahrtsindex (NWI). Dieser benutzt als Basiswert nicht das BIP, sondern den privaten Verbrauch, und justiert diesen durch die Einbeziehung vernachlässigter Wohlfahrtsleistungen, nichtberücksichtigter Umweltschäden und Einkommensverteilung.
Der zweite Referent, Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel des Fachbereiches Betriebswirtschaft der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg äußerte eine Grundsatzkritik am Menschenbild des Homo Oeconomicus. Seiner Meinung nach wurden wichtige Annahmen (Rationalität, Egoismus, Zeitkonsistenz) dieses Menschenbildes wiederholt wiederlegt. Das BIP, das auf der Grundlage dieses Menschenbildes konzipiert wurde, kann somit aus seiner Sicht nicht als Wohlstandsindikator dienen. Vielmehr sollten für Wohlfahrtsmessung alternative Indikatoren hinzugezogen werden, die Einkommensverteilung, subjektives und objektives Glück sowie Nachhaltigkeit messen.
Beide Referenten lieferten mit ihren Vorträgen und den anschließenden Diskussionen viele neue Anregungen und Impulse für den tt30 und konnten die Projektarbeit zum Thema “Beyond GDP” damit stark bereichern. Über Ergebnisse werden wir demnächst auf dieser Webseite informieren.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder neue Mitglieder im Think Tank 30. Unter den vielen interessanten Bewerbern haben wir elf neue und engagierte Mitglieder ausgesucht, die für den Think Tank 30 aufgrund ihrer beruflichen Hintergründe und Interessen eine große Bereicherung sind. Herzlich Willkommen:
• Danyal Bayaz, Journalist und Freier Autor
• Nina-Alexandra Cieslak, Doktorandin der Wirtschaftsethik und Consultant
• Hauke Diederich, Student der Geographie und Consultant
• Zoltan Elek, Ingenieur und Geschäftsführer der Landwärme-GmbH
• Ali Aslan Gümüsay, Postgraduate Student und Journalist
• Vincent Paul Menken, Jurist, Bertelsmann Stiftung
• Roland Olbrich, Doktorand der VWL
• Linda von Renssen, Politikwissenschaftlerin und Wissenschatliche Mitarbeiterin im Bundestag
• Björn Richter, Politikwissenschaftler, GTZ
• Christopher Wickert, Doktorand in Wirtschaftsethik und CSR
• Andreas Wunn, Chef vom Dienst, ZDF
Wir möchten allen übrigen Bewerbern recht herzlich für das große Interesse am Think Tank 30 danken, ebenso allen neuen assoziierten Mitgliedern für das große Engagement in den letzten Jahren!
Birte Kleine-Benne, tt30-Mitglied, wird im Rahmen von “30 Jahre Greenpeace - Greencamp 2010″ folgende Veranstaltungen anbieten:
Vortrag “Cultural Hacking: Allianzen zwischen Kunst, Politik und Aktionismus”
Sa, 27.2.2010, 14.30-16h
Workshop “Cultural Hacking: Why, when and how to become a hacker?”
Sa, 27.2.2010, 17-18.30h
Weitere Informationen zu Vortrag und Workshop
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Weiter Informationen zur Rahmenveranstaltung
hier.
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird inzwischen von vielfältigen Akteuren genutzt und zwar mit sehr unterschiedlicher inhaltlicher Ausrichtung. Auch innerhalb des Think Tank 30 gibt es keine einheitliche Linie zu allen komplexen und vielschichtigen Themenfelder der Nachhaltigkeit. Doch eines eint alle Mitglieder des TT30 und auch alle Interpretationen des Begriffes „Nachhaltigkeit“: Der Wunsch, auch nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Erde zu hinterlassen. Wir alle haben den Anspruch, die zukünftige Gesellschaft so wenig wie möglich durch unser heutiges Handeln zu belasten. Daher hat sich der Think Tank zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zu leisten, das Thema Nachhaltigkeit im Alltag bewusster zu machen. Zu unterschiedlichen Themenbereichen wie z.B. Ernährung, Mobilität, Freizeit etc. haben wir Kriterien für nachhaltiges Handeln im Alltag zusammengestellt, die wir nun selbst erproben wollen. Einige dieser Empfehlungen wurden bereits in dem Buch der TT30-Mitglieder Christian Berg und Manuel Hartung:„Welt retten für Einsteiger“ veröffentlicht. Der Großteil der Kriterien jedoch entstammt der langjährigen Recherche und Erfahrung der TT30 Mitglieder.
Im Rahmen einer „Nachhaltigkeitswoche“ wollen die Mitglieder des TT30 versuchen, möglichst viele dieser Empfehlungen für nachhaltiges Handeln umzusetzen, und zwar egal wo sie sich zu diesem Zeitpunkt in dieser globalisierten Welt befinden.
Weitere Infos + Tageszusammenfassungen
Nachhaltigkeitskriterien
Einmal im Jahr nimmt der Think Tank neue Mitglieder auf. Bei Interesse an einem solchen Engagement wird um Zusendung der Bewerbungsunterlagen bis zum 31.01.2010 gebeten.
Weitere Informationen zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren finden sich hier.
Ob ein Land sich potenziell nachhaltig entwickelt, misst der Indikator der erweiterten Sparquote. Diese berücksichtigt, anders als die traditionelle volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, neben physischem auch
natürliches und intangibles Kapital. Entscheidend ist demnach nicht allein die Wertschöpfung, sondern auch der zugrundeliegende Ressourcenverbrauch. Ist die hieraus ermittelte Kennzahl dauerhaft negativ, wird sich das aktuelle Konsumniveau nicht aufrechterhalten lassen. Nicht zuletzt auch mit Blick auf die Entwicklung in anderen Ländern zeigt sich, dass die erweiterte Sparquote ein geeignetes Mittel wäre, den langfristigen Misserfolg eines auf hohem Energieabbau basierenden Wirtschaftskurses vorauszusehen.
Weitere Informationen zum Gastartikel von Jana Stöver auf der Website von 360° - Das studentische Journal für Politik und Gesellschaft
Gut gemeintes Handeln zieht nicht zwangsläufig gute Handlungsfolgen nach sich. Ziele werden gesetzt, Aktivitäten geplant und durchgeführt, doch die Wirksamkeit von Handlungen hängt von vielen Faktoren ab. Vielfach können sie zu unerwarteten oder gar gegenteiligen Effekten führen, sodass zwischen dem Beabsichtigten und dem Erzielten Welten liegen. Das fünfjährige Jubiläum des tt30 Deutschland haben wir zum Anlass genommen, um im Jugendgästehaus am Münsteraner Aasee diesen Fragen nach der Wirksamkeit nach zu gehen. Im Vordergrund stand dabei vor allem, wie sich die Wirkungen von gesellschaftlichen Initiativen besser messen und darüber auch optimieren lassen. Als Referentin und Impulsgeberin war Prof. Dr. Eva Terberger, Leiterin der Evaluierungsabteilung der KfW Entwicklungsbank, zu Gast.