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Tag vier unserer Nachhaltigkeitswoche - allmählich kommt Routine auf, zwar gespickt von kleinen oder größeren nachhaltigen Erfolgserlebnissen, jedoch immer wieder von dem ein oder anderen Rückschlag in der persönlichen Tagesbilanz geprägt.
Regenwetter, heizungsverwöhnte Mitbewohner oder lokales Sierra-Nevada-Bier machen es den tapferen tt30ern oft nicht einfach, ihren Alltag umweltfreundlicher zu gestalten.
Hier einige O-Töne:
„Transport mal wieder ausschließlich U-Bahn, auch weil ich beim Frisör war und ich ncht wollte, dass mein frisch geföhntes Haar auf dem Rad sofort wieder zusammenpatscht. Die Frisörin hatte übrigens null, null Verständnis für meinen Lebensstil, hat aber sofort geschaltet und gefragt, ob ich ihr dann nicht meine Parklizenz, die mir als Anwohnerin zusteht, verkaufen will.“
„Dafür komme ich jetzt schon die ganze Woche ohne Heizung aus - es ist zwar nicht so kalt, aber trotzdem eine permanente kleine Debatte zu Hause. Sollte man die Heizung lieber ganz abschalten, wenn man nicht zu Hause ist oder lieber permanent auf kleiner Stufe durchlaufen lassen, um Altbauwände nicht völlig auszukühlen? Auf jeden Fall sitze ich gerade mit der Wärmflasche im Bett und da es draußen kalt und der Akku bald alle ist, ist mit der Schreiberei leider auch gleich zu Ende….“
„Ansonsten kann ich mir für meine Bilanz auf die Schulter klopfen: Tatsächlich kein Fleisch und ausschließlich regionale Gemüse/Obst/Salat-Zeugs gegessen. Hungerfaktor allerdings nach wie vor groß.“
„Ich verabrede mich am anderen Ende der Innenstadt in einem alteingesessenen Café. Meine Erinnerungen allerdings waren wohl verklärt: Bio sind hier nur einzelne Teesorten. Ich brauche trotzdem etwas Warmes im Bauch und esse Standard-Pasta mit Sahnesauce von sicherlich unglücklichen Kühen. Dieses ständige Auswärts-Essen ruiniert meine Bilanz! Zu Hause kaufe ich wenigstens tierische Produkte ausschließlich in Bioqualität, als Gast oder auswärts habe ich viel weniger Auswahl.“
„Auf dem Heimweg von der Arbeit habe ich ein Stück neuen Fahrradweg entdeckt. Ungelogen war der vor kurzem noch nicht da. Leider sind es nur 5 Meter…aber es gibt Hoffnung! Danach habe ich in einer Garage eines Doppelhauses 2 Mercedes Kombi entdeckt. 2!!! Ich bin geplättet und meine Hoffnung schwindet wieder…“
„Die heutige Tagesbilanz ist eher unspektakulär. Grund: ich war den lieben langen Tag im Büro. Dort zumindest in der Mittagspause den Kaffee durch Fair Trade ersetzt und seit einigen Stunden prankt jetzt an jeder Klotür: “LICHT AUSMACHEN!”
„Später Bier trinken. Diesmal kein Importbier aus Deutschland, Belgien oder Tschechien (mein liebestes Pilsner Urquell), sondern ich vertraue dem Sierra Nevada. Auch ganz okay eigentlich, man gewöhnt sich dran. Solange es nicht Bud Light ist, kann man amerikanisches Bier eigentlich durchaus trinken. Mein bayerischer Kulturimperialismus bleibt dennoch unbeschadet.“
